Demenztitel

Das Konzept der Hausgemeinschaft / Wohngemeinschaft

Neben der häuslichen Versorgung haben wir bereits sechs Jahre Erfahrung in der ambulante Betreuung einer Hausgemeinschaft für Demenzerkrankte im Kölner Stadtteil Bilderstöckchen sammeln können. In einer solchen Hausgemeinschaft sind wir in der Regel 24 Stunden am Tag, rund um die Uhr im Einsatz. Derzeit befinden wir uns im Gründungsverfahren für weitere Hausgemeinschaften in Köln und im Kölner Umland.

Das Angebot der Hausgemeinschaft thematisiert vorrangig den grundlegenden Gedanken einer Gemeinschaft. Es richtet sich zunächst an Menschen mit einem hohen Pflege- und Betreuungsbedarf, die aufgrund ihrer Erkrankung in den bestehenden sozialen Gefügen nicht länger adäquat versorgt sind. Die Wohngemeinschaft soll zudem eine Alternative für diejenigen bieten, die nicht allein leben, aber auch nicht in eine Betreuungseinrichtung umziehen wollen. Hier treffen Menschen eines Alters aufeinander, die ihre Gemeinsamkeiten und ihre Unterschiede zusammenschließen und mit kompetenter, fachlicher Unterstützung ihren Alltag in die Hand nehmen und meistern.

Bei mir zu Hause – und trotzdem nicht allein
In einer Hausgemeinschaft entscheiden 8-10 Mieterinnen und Mieter gemeinsam, wer zu ihnen passt und ein Mitglied ihrer Gemeinschaft werden könnte – und wer eben nicht. Jede Mieterin und jeder Mieter haben ein eigenes Zimmer, ein eigenes Reich, einen Rückzugspunkt. Niemand muss seinem alten Zuhause ganz Lebwohl sagen, da jede Mieterin und jeder Mieter je nach Wunsch und Möglichkeit eigene Möbel und Erinnerungsstücke, also ein Stück der vertrauten Umgebung, mitbringen kann. Auch in den Gemeinschaftsräumen, wo man sich trifft um gemeinsam den Alltag zu begehen und Außergewöhnliches zu erleben, hat jeder die Möglichkeit, seine eigene, individuelle Note mit einzubringen. Auf diese Weise entsteht eine einzigartige Atmosphäre, die das Gefühl gibt, zu Hause zu sein.

Meine Wünsche
Die Teilnahme und Anteilnahme am täglichen Leben ihrer oder seiner Mitbewohnerinnen und Mitbewohner bleibt jeder und jedem selbst überlassen und für niemanden ist die aktive Beteiligung an der Haushaltsführung ein Muss. Jedoch zeigt die Erfahrung bei ähnlichen Wohnprojekten, dass die persönlichen Stärken der oder des Einzelnen sich in der Regel hervorragend mit denen der Gruppe ergänzen; egal, ob jemand gern Kartoffeln schält, außergewöhnlich ordentlich bügelt oder Freude am Staubwischen hat. Selbstverständlich werden diese, ebenso wie alle anderen Tätigkeiten im Haushalt auch, vom Pflegepersonal unterstützt oder ganz übernommen; aber gerade Fähigkeiten, die ein Leben lang genutzt wurden, können helfen, das Selbstbewusstsein zu stärken und trotz Alter eine Perspektive zu entwickeln.

Unsere Arbeit vor Ort
Dieses Konzept der Hausgemeinschaft eröffnet uns viele Möglichkeiten, auch bei sehr speziellen Krankheitsbildern die bestmögliche Versorgungs- und Betreuungssituation zu schaffen. Dabei entscheiden die Mieterinnen und Mieter, ob sie uns oder einen anderen Pflegedienst beauftragen wollen. Gleichwohl bestimmen sie auch, in welchem Umfang wir uns um sie kümmern sollen.

Wir legen bei unserer Versorgung besonderen Wert darauf, durch die aktivierende Pflege und individuelle Betreuung bestehende Ressourcen zu fördern und dabei zu helfen, eventuell verlorengegangene Fähigkeiten mit der Sicherheit professioneller Unterstützung wiederzuerlangen. Auf diese Weise haben wir auch bei Erkrankungen wie zum Beispiel Demenz die Chance, den fortschreitenden Verlauf eines Krankheitsbildes aufzufangen.

Die freiwillige Hilfe bei den hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, der Mahlzeitenzubereitung oder dem Einkauf fördert die Eigenverantwortung und wirkt der Einsamkeit und Isolation entgegen. Hinzu kommt die enge Zusammenarbeit mit den Angehörigen, mit behandelnden Ärzten, Physio – und Ergotherapeuten sowie den gesetzlichen Vertretern und weiteren Kooperationspartnern.

Es wird ausdrücklich gewünscht, dass sich Freunde, Nachbarn und Bezugspersonen in das Leben der Hausgemeinschaft einbringen, mit dem Ziel, ein höchstmögliches Maß an Lebensqualität zu schaffen. Die überschaubare Größe der Wohngemeinschaft ermöglicht, im Rahmen unserer Unterstützung individuell auf jede Klientin und jeden Klienten einzugehen und die persönlichen Bedürfnisse im Alltag zu berücksichtigen.

Die Tagesstrukturierung berücksichtigt die Lebensweise und die Erfahrungen jeder und jedes Einzelnen und bietet darüber hinaus Aktivitäten wie Gymnastik, Malen, Singen oder die gemeinsame Planung und Umsetzung von Geburtstagen, Adventsfeiern oder Sommerfesten.

Insbesondere in Hausgemeinschaften, deren Mieterinnen und Mieter die 24Stunden-Betreuung in Anspruch nehmen, haben wir die Option, unsere Versorgung an den Rhythmus und die Tagesstruktur jeder und jedes Einzelnen anzupassen.

Rahmenbedingungen und Finanzierung
Die geeignete Immobilie für eine Hausgemeinschaft sollte etwa 350 m² groß und den Bedürfnissen entsprechend aufgeteilt sein. Die Kaltmiete berechnet sich nach der Größe des jeweiligen Privatzimmers und anteilig an der gemeinsam genutzten Fläche.

Die Wohngemeinschaft ist autonom. Die Mitglieder der Gemeinschaft schließen einen Mietvertrag über die von ihnen gewählte Immobile ab. Sie bestimmen ein monatliches Haushaltsgeld und entscheiden darüber, welche Lebenshaltungskosten monatlich davon bestritten werden. Sie treffen alle Entscheidungen gemeinsam und werden von einem Mediator unterstützt.

Den Pflege- und Betreuungsvertrag schließt jede Mieterin und jeder Mieter einzeln mit dem Pflegeunternehmen ihrer und seiner Wahl. Die Kosten orientieren sich dabei immer am individuellen Hilfebedarf. Mögliche Kostenträger über die Eigenleistung hinaus sind Krankenkassen, Pflegekassen, der Sozialhilfeträger.

Wenn Sie mehr über uns, unsere Arbeit oder ganz allgemein über Hausgemeinschaften als Alternative im Alter erfahren möchten, stehen wir Ihnen jederzeit gern beratend zur Verfügung. Sie können sich auch gern an uns wenden, wenn Sie über mögliche Objekte für den Aufbau einer Hausgemeinschaft verfügen.